Interview mit Dan Christansen – SUP Board Profi

SUP_Profi_DanWir trafen Dan auf Hawaii (genauer auf Oahu) am Pipeline Beach wo er seinen Herbst verbrachte, mit uns ein kühles Hawaii SUP Bier genoss und uns folgende Fragen beantwortete. Hawaii ist wirklich eine super SUP Location – wir hätten nichts dagegen auch mal längere Zeit dort zu verbringen. Auf Dan sind wir richtig neidisch 😉

SUPBoardTest: Dan, mit wie viel Jahren standest du das erste Mal auf einem SUP Board?

Dan Christansen: Mein Dad war Windsurfer, wir sind mit ihm durch halb Europa gereist. Ich habe schon als Kind mit meinem Vater auf Boards gestanden – lacht – dann kam mit 16 Jahren das Wellenreiten. Stand-up-Paddeln habe ich vor ca. sechs Jahren richtig angefangen, vorher bin ich nur mal ab und an auf einem Windsurf Board gesuppt.

SUPBoardTest: Was genau sind die Herausforderungen beim Stand-up-Paddling?

Dan Christansen: Die größte Herausforderung beim SUP Boarden ist für Anfänger das Gleichgewicht für Profis sind es die verschiedenen Bedingungen im Wasser. Jeder Tag bringt neues – Wind, Strömungen, Wellen – die Elemente sind die größte Herausforderung. Ich habe gerade  letzte Woche an einem Wettbewerb in Italien teilgenommen. Die Bedingungen waren unangenehm: kleine Wellen, die gebrochen sind gepaart mit Regen und extremem Gegenwind. Diese Bedingungen zu meistern war eine riesige Herausforderung für mich. Aber ich habe es geschafft!

SUPBoardTest: Herzlichen Glückwunsch! Wie bereitest du dich auf so einen Wettkampf vor? Trainierst du dabei auch außerhalb des Wassers?

Dan Christansen: Am meisten trainiere ich auf Seen mit Paddeln oder im Meer mit Wellenreiten. Sonst gehe ich Biken in den Alpen und mache etwas Yoga. Training im und am Wasser liebe ich, es ist meine Leidenschaft. Ich brauche Wasser, um mich frei zu fühlen. Ich bin süchtig nach Wasser.

SUPBoardTest: Dan, wir sind ziemlich neidisch auf deinen Waschbrettbauch. Was tust du dafür?

Dan Christansen: Das kommt ganz von alleine. Besonders Stand-up-Paddeln ist ein super Ganzkörper-Workout, da ist wirklich jeder Muskel im Einsatz!

„Beim Stand Up Paddling ist jeder Muskel im Einsatz“

SUPBoardTest: Ein Tipp von Profi zu Amateur: Worauf sollte ein Stand up Paddling-Anfänger unbedingt achten?

Dan Christensen: Zum Beginn ist das richtige Material wirklich entscheidend. Das Board sollte mindestens 10“ lang sein und ein hohes Volumen haben. Im Meer ist eine Leash Pflicht – eine Leine am Fuß, die dich mit dem Board verbindet. Beginne in einem See bei glattem Wasser und wenn es wacklig wird knie dich hin. Lass dir einmal von jemandem dir richtige Technik ansonsten bringst du es dir falsch bei und das später abzulegen ist immer mühsam.

SUPBoardTest: Ist Stand up Paddling vergleichbar mit Snowboarden oder anderen Board Sportarten?

Dan Christansen: Der Bewegungsablauf beim Paddeln hat wenig mit Snowboarden zu tun. Aber klar, wer zum Snowboarden in die Berge fährt, ein Skate oder Longboard sein Eigen nennt, der trainiert sein Gleichgewicht und das hilft einem beim Stand up Paddling am meisten.

SUPBoardTest: Gibt es für unterschiedliche Gewässer unterschiedliche Boards, oder kommt man mit einem Board klar?

Dan Christansen: Es gibt spezielle Boards für alle verschiedenen Bereiche. Kürzere Wave Boards für Action auf dem Meer und in Wellen. Es gibt Flachwasser-Boards für entspanntes Cruisen und Wildwasser Boards für Action auf dem Fluss. Allround Boards kann man in verschiedenen Bereichen einsetzen – daher sind Sie für Anfänger Ideal.

SUPBoardTest: Hast du spezielle Tipps auf was man beim Stand Up Paddle Board kaufen achten sollte?

Dan Christansen: Ich kann den Leuten die aufblasbaren SUP Boards inzwischen sehr ans Herz legen. Die sind sooo variabel und bringen im Alltag einfach viele viele Vorteile.

SUPBoardTest: Auch sein Vater versucht sich inzwischen im Stand up Paddeln. Gibt es etwas, dass du besser kannst als er?

Dan Christansen: Ich kann einen 360° auf der Welle mit einem Longboard. (Lacht) mein Vater macht die schönen Pivot Turns auf dem SUP. Jeder von uns hat seinen eigenen Style, der uns voneinander unterscheidet.

„Beim SUP Boarden hat jeder von uns seinen eigenen Style“

SUP_Bier_HawaiiSUPBoardTest: Bist du schon mal in eine gefährliche Situation auf dem Wasser geraten?

Dan Christansen: Brenzlig ja, aber nicht wirklich gefährlich. Auf einer ausgedehnten Wildwasser SUP Tour bin ich eine schwere Stelle einfach abgefahren ohne sie vorher anzuschauen. Ich dachte mir, das geht schon. Wahrscheinlich wollte ich meine Grenzen austesten. Ich bin übel gestürzt und war 2 Minuten unter Wasser. Es ging aber alles glimpflich aus.

SUPBoardTest: Du arbeitest gelegentlich auch als SUP Lehrer. Was war das Witzigste, das du bei einem deiner SUP Kurse erlebt hast?

Dan Christensen: Ich bin mit einer Schülerin zu zweit auf meinem Board in den Wellen gesuppt. Als eine größere Welle kam, habe ich die natürlich angepaddelt – ich wollte schließlich zeigen was ich kann. Leider hat es uns ordentlich durchgewaschen – und das Mädel stand am Ende ohne Bikini da. Sie wollte nicht mehr aufs Board steigen – ich musste zuerst zum Strand und ihr einen neuen holen. (Lacht)

SUPBoardTest: Wie stellen du dir deine (SUP Board) Zukunft vor?

Dan Christansen: Mit meinem Partner Jon werde ich September ein SUP Camp in Portugal durchführen. Das wird ein Probelauf ob wir das weiter ausbauen sollen. Ein Fulltime-Job als SUP Lehrer ist eher nichts für mich, ich brauche da meine Freiheiten. Aber ab und zu macht es mir sehr Spaß, andere zum Stand up Paddeln zu motivieren und es ihnen beizubringen oder sie zu verbessern.

SUPBoardTest: Ein letzter Tipp vom Profi – worauf sollte ich achten wenn ich ein SUP Board kaufen möchte?

Dan Christansen: Informiere dich am Anfang etwas um zu wissen was du tust- dann lass dich aber nicht verrückt machen von den vielen verschiedenen Boards. Kaufe eines,  stell dich drauf und du wirst sehen – es macht Spaß!

Dan vielen Dank für das Interview!

 

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